Angesichts des jüngsten Preisanstiegs und der größeren Medienberichterstattung über Bitcoins fragen sich viele Anleger, ob die digitale Währung ihr Limit erreicht hat oder ob es noch weiteren Spielraum nach oben gibt.

Wenn wir auf den letzten Bitcoin-Bullenmarkt im Jahr 2017 zurückblicken, sind wir preislich näher am August, als der Wert des Bitcoins bei etwas über 4.000 $ lag  und nach dem die Währung mehrere Monate nach oben ging? Oder sind wir näher am Dezember, als der Preis sein vorheriges Allzeithoch von mehr als 19.000 $ erreichte, bevor er zurückging?

Erhebliche Volatilität in den letzten Jahren

Diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, in  Kryptowährung zu investieren, sahen, dass der Preis des Bitcoins 2020 stark nach oben ging und von ca. 8.000 $ bis zum Ende des Jahres auf fast 30.000 $ anstieg. Im neuen Jahr ist der Bitcoin-Wert weiter gestiegen und hat Anfang Januar ein Allzeithoch von 41.826 $ erreicht. Dies veranlasste viele Anleger dazu, sich zu fragen, wo man sich im aktuellen Bullenmarkt befände.

2017 erlebte der Preis des Bitcoins ebenfalls einen spektakulären Anstieg, der von unter 1.000 $ auf fast 20.000 $ kletterte und zu einem bestimmten Zeitpunkt um über 1.900 % stieg. Kurz nach Ende des Jahres 2017 stürzte der digitale Vermögenswert ab und fiel im Januar um etwa 65 %, wodurch Milliarden von Anlegergeldern vernichtet wurden.

Auf den ersten Blick scheint es, als ob die Investitionsumfelder ähnlich sind, da es bei beiden zu einem erheblichen Preisanstieg innerhalb eines kurzen Zeitraums kam. Doch welche weiteren Gemeinsamkeiten gibt es, wenn man dies berücksichtigt?

Größeres Benutzerinteresse an Investitionen

Die Anzahl der neuen Benutzer, die sich dazu entschieden, bei eToro ein Konto zu eröffnen, stieg 2017 sprunghaft an. Ein weiterer Anstieg war im März 2020 zu verzeichnen, als aufgrund der Auswirkungen von COVID-19 soziale Einschränkungen und Ausgangssperren angeordnet wurden. Nachdem sie zunächst auf ein durchschnittliches Niveau zurückgefallen war, stieg die Anzahl neuer Konten in der ersten Januarwoche wieder an.

Anmeldungen pro Woche

Eine Grafik, die die Anmeldungen bei eToro pro Woche zwischen dem 1.1.2017 und dem 3.1.2021 zeigt

 

 

Quelle: eToro Recherche. Die Daten stammen vom 1.1.2017 bis 3.1.2021. 

Möchten Sie mehr über den Bitcoin-Handel erfahren? Lesen Sie unseren Leitfaden hier auf eToro, um genau herauszufinden, was eine Kryptowährung ist.

Weltweite Google Trends 

Eine weitere Statistik, die oft als Vorbote für einen Rückgang des Bitcoin-Preises zitiert wird, ist Google Trends. So erreichten die Bitcoin-Suchen bei Google im Jahr 2017 beispielsweise Rekordwerte. Auch wenn beim jüngsten Anstieg ein Dreijahreshoch überschritten wurde, wurden die Stände von 2017 noch nicht erreicht.

Eine Grafik, die das Volumen von Suchen bei Google nach dem Begriff „Bitcoin“ zeigt

Quelle: Google Trends 

Andere Social-Media-Kennzahlen deuten ebenfalls auf ein steigendes Interesse des Einzelhandels hin, allerdings sind die Zahlen nicht so hoch wie 2017. Laut den Daten von BitInfoCharts stiegen die Erwähnungen von Bitcoin auf Twitter Anfang Januar sprunghaft an, allerdings erreichten die Zahlen immer noch nicht das Niveau vom Dezember 2017.

Eine Grafik, die die Anzahl der Tweets zeigt, in denen Bitcoins erwähnt werden.

Quelle: Bitinfocharts, Anzahl der Tweets von Januar 2017 bis Januar 2021, die Bitcoins erwähnen. 

Kleinanleger beginnen damit, sich wieder mit Bitcoin zu beschäftigen; was sind die Unterschiede zwischen jetzt und 2017? Es wichtig zu beachten, dass der Bitcoin jetzt 12 Jahre alt ist und der durchschnittliche Betrag, der in die Währung investiert wird, höher ist.

Die unteren Daten zeigen den Unterschied des durchschnittlichen Einkaufs von Kryptowährung für ein eToro-Konto zwischen 2017 und 2020.

CryptoTrades investierter Betrag

Über eToro in Kryptowährung investierter Betrag zwischen 1.1.2017 und 3.1.2021

 

Quelle: eToro firmeneigene Recherche. Die Daten stammen vom 1.1.2017 bis 3.1.2021.

Dies zeigt, dass, wenn man den durchschnittlich in Kryptowährung investierten Betrag auf dem Höhepunkt des Marktes 2017 mit dem der Jahre 2020/2021 vergleicht, letzterer Zeitraum höher ist.

Großinvestoren und Erleichterung durch PayPal festigen die Legitimität

Die meisten Menschen, die 2017 in Bitcoins investierten, waren Kleinanleger. Im Gegensatz dazu hat der Markt 2020 eine Eskalation der Großeinkäufe durch Großinvestoren verzeichnet. Die von Chainalysis zur Verfügung gestellten Daten zeigen, dass eine Welle von Käufen mit über 1.000 Bitcoins die Nachfrage in den letzten Monaten des Jahres 2020 angetrieben hat.

Zu den klugen Käufern gehören Institutionen, namhafte Investoren und Hedgefonds, unter denen Namen wie MicroStrategy, MassMutual, Paul Tudor Jones und Square präsent waren, die große Summen in die Kryptowährung investieren.

Ein aktueller Forschungsbericht von JPMorgan stellte fest, dass man geringe Zweifel daran habe, dass der Impuls institutioneller Bewegungen hinsichtlich des Bitcoins das ist, was 2020 von 2017 unterscheidet.

Es gibt nicht nur mehr Wall-Street-Namen, die Bitcoins kaufen, sondern auch die Ankündigung, dass PayPal Käufe von  Kryptowährung erleichtern würde. Das bietet Investoren zusätzliche Optionen, um Kryptowährung zu kaufen und zu verkaufen. PayPal zitierte „das gestiegene Interesse an digitalen Währungen von Regierungen und Verbrauchern“ als Grund, seinen Kunden zu ermöglichen, diese Transaktionen durchzuführen. Der Online-Zahlungsriese enthüllte auch, dass man sich zum Ziel gesetzt hat, „den Nutzen der Kryptowährung deutlich zu erhöhen, indem man sie als Förderquelle für Einkäufe bei seinen 26 Millionen Händlern weltweit zur Verfügung stellt“.

Ein weiterer Schritt in Richtung Mainstream-Akzeptanz von Bitcoins sind die Pläne von Visa, bitcoinbezogene Kredit- oder Debitkarten anzubieten.

Eine Grafik, die besagte Käufe mit Bitcoins über PayPal zeigt.

Quelle: CoinGecko

Was also zieht institutionelle Investoren momentan zu den digitalen Vermögenswerten? Es hilft, einen Blick auf den Kontrast des wirtschaftlichen Hintergrunds zwischen 2017 und jetzt zu werfen.

Gesundes BIP 2017 im Gegensatz zu einem stürmischen 2020

2017 verzeichnete die Weltwirtschaft ein gesundes Wachstum. Tatsächlich wuchs das globale BIP für 2017 um 3,14 %. Dies war ein Anstieg von 2,51 % im Jahr 2016 – ein genauer Vergleich mit 2020, wo das Wachstum weltweit zum Stillstand kam. Die Auswirkungen des Coronavirus legten die Wirtschaft lahm und es kam zu einem beispiellosen geldpolitischen Impuls. Nach Angaben der Weltbank sind die Kosten dieser Schließungen ein schwerer Schlag für die wirtschaftliche Expansion, da die endgültige Wachstumsrate für das BIP 2020 bei geschätzten -4,3 % liegen dürfte.

2017 hob die US-Notenbank den Leitzins der US-Zentralbank dreimal an, was die sich verbessernde Wirtschaft und der Arbeitsmarkt widerspiegeln. Im Gegensatz dazu senkten die Zentralbanken 2020 weltweit die Zinsen praktisch auf null, um das Wachstum zu stimulieren.

Die Geldmenge, die 2020 in die Weltwirtschaft gepumpt wurde, war schwindelerregend. Allein in den USA wurden Billionen Dollar an Stimulierungsmaßnahmen ausgegeben und die Fed kauft jeden Monat weiterhin Anleihen in Höhe von 120 Milliarden Dollar. Weltweit bieten andere Zentralbanken ähnliche Hilfen an und die Verschuldung hat ein Niveau erlangt, das seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erreicht wurde.

All diese Anreize haben sich negativ auf den US-Dollar ausgewirkt, der 2020 um 6,3 % fiel, wobei für 2021 weitere Rückgänge erwartet werden. Das aktuelle Umfeld ist von stagnierendem Wachstum, Zinssätzen nahe Null und steigenden Schulden geprägt. Wie passt der Bitcoin also in diese Dynamik? Durch sein begrenztes Angebot bietet seine Knappheit einen inhärenten Wert.

Die Zukunft von Bitcoin hängt vom Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ab

Die Knappheit von Bitcoin und seine Attraktivität als Inflationsschutz treiben seinen Wert. Die digitale Währung hat eine feste Höchstgrenze, sodass immer nur 21 Millionen Einheiten existieren können. Im Buch „Bitcoin: A Peer to Peer Electronic Cash System“ führte Satoshi Nakomoto12 das Halbierungskonzept ein. Etwa alle vier Jahre wird das Mining um 50 % gekürzt.

Wenn die Belohnung für die Schürfer reduziert wird, wird die Rate des neuen Angebots von Bitcoins um die Hälfte gesenkt – und hilft so, die Inflation im Zaum zu halten. Wenn die Nachfrage nach Bitcoin schneller wächst als das Angebot, wird dies den Preis nach oben drücken.

Angesichts der gestiegenen Nachfrage, der Knappheit, des Bitcoinwerts als Absicherung gegen Inflation und der gebildeten Kundenbasis sind wir der Meinung, dass der Preis von Bitcoins noch mehr Raum für Wachstum hat. Es gibt viele Prognosen in Bezug auf den zukünftigen Preis von Bitcoins, wobei viele fordern, dass die Währung bis Ende 2021 auf über 100.000 $ steigt. Bei der Frage, ob wir preislich näher am August oder Dezember 2017 liegen, sind wir der Meinung, dass wir näher am August sind, und dass es auch hier noch Raum für Wachstum gibt.

Die Bitcoin-Preise sind nach Halbierungen regelmäßig gestiegen, wobei der Preis in den 12 bis 18 Monaten sowohl nach der ersten als auch nach der zweiten Halbierung stark in die Höhe geklettert ist. Angesichts der Tatsache, dass die dritte Halbierung im Mai 2020 stattfand, glauben wir, dass der nächste Höchstwert im August 2021 bei einem Preis von ca. 85.000 $ liegen könnte. Natürlich muss beachtet werden, dass das Verständnis, wie man Bitcoins kauft, und das Investieren in Kryptowährungen ein Risikogeschäft sind, da die Märkte für Kryptowährungen sehr volatil sind und häufig unter geringer Liquidität leiden.

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